Pokerprofi Sandro Trovato im Interview - Teil 3
Dani: Du hast mit winningpoker.ch eine tolle Seite ins Leben gerufen. Erzähl mir bitte, wie es dazu gekommen ist.
Sandro: Die letzten 15 Jahre habe ich in meinem Job Menschen ausgebildet und entwickelt.
Es ist einfach etwas das mir Spass macht, vor allem, wenn es Leute sind, die ehrgeizig an ihren Zielen arbeiten.
Viele Spieler sind im Online Poker leider "Dauereinzahler", also habe ich mir gedacht,
das könnte eine Win-Win Situation sein. Da mein Bruder eine Firma hat, die Webseiten kreiert (boldmediagroup.ca - webdesign) war es ein kleiner Schritt zur Seite, die aber viel Arbeit macht! :-)
Dani: Du bietest Poker Coaching Sessions an. An wen richtet sich dieses Angebot?
Sandro: Eigentlich an alle, die gerne Poker spielen, aber es bisher noch nicht profitabel tun, oder sich verbessern möchten. Es ist meiner Meinung nach kein grosser Schritt, vom Dauereinzahler mindestens mal zu einem break-even Spieler zu werden. Und wenn man sein Hobby "gratis" pflegen kann, dann ist das doch genial!
Anmerkung: Link zu den Preisen des Poker-Coachings.
Dani: Bietest Du auch Gruppenkurse an? Welches Level ist nötig, um dabei zu sein?
Sandro: Wenn ich eine Anfrage bekommen würde, würde ich das sicher tun.
Wichtig wäre vor allem, dass die Gruppe ein ähnliches Niveau hat, welches spielt nicht so eine Rolle.
Zudem plane ich, wenn ich zurück bin, ein Boot-Camp für Online-Poker. Ab Juni beginne ich mit der Planung und werde sicher auf meiner Seite dazu berichten.
Es geht dann nicht nur darum wie man eine Hand spielt, sondern vor allem um das "rund herum" beim Onlinepoker, was einen grossen Teil des Erfolges ausmacht!
Dani: Und wenn Du hier gratis einen Tipp an Anfänger geben würdest, was würdest du ihnen mit auf den Weg geben?
Sandro: Sucht euch einen Mentor/Coach, der erfolgreich ist, in dem was Ihr tun wollt. Das gilt aber nicht nur fürs Pokern sondern für alles im Leben. Mir hat das bei allem das ich bisher gemacht habe extrem geholfen und ich bin dankbar, immer Menschen getroffen zu haben, die weiter waren als ich selber.
Dani: Mit welchen Poker-Theorien sollte sich ein Anfänger unbedingt auseinandersetzen? Gibt es ein Buch, das Du speziell gut findest?
Sandro: Einem Anfänger würde ich empfehlen, sich einen Grundstil anzueignen, mit dem er ein Winning-Player sein kann. Dann kann er experimentieren, aber immer wieder zurückkehren, wenn es die Bankroll erfordert! Bankrollmanagement ist SEHR wichtig. Es gibt eigentlich kein spezielles Buch, das ich empfehlen kann. Ich habe viele gelesen, und wie es so ist mit Büchern, aus jedem das eine oder andere mitnehmen können. Ich glaube es ist vor allem entscheidend WIE man ein Buch liest, um das Maximum herausholen zu können. Auch der Austausch mit Freunden bringt viel, ich habe in Vegas viel mehr über Poker geredet als in der Schweiz, weil man sich halt nicht kennt, und das der gemeinsame Nenner ist. Es hat mein Spiel extrem verbessert, vor allem online, weil ich die besprochenen Situationen und Möglichkeiten natürlich viel häufiger antreffe.
Dani: Und zum Schluss noch einige Trivialitäten. Hast Du eine Lieblings-Starthand? Welche?
Sandro: AA
Dani: Hast Du nicht die Erfahrung gemacht, dass man mit AA grosse Pots verliert?
Sandro: Das kann sicher vorkommen. Wenn ich AA limpe, dann habe ich immer einen Satz meines Mentors im Kopf: "Be ready to fold!" Wenn ich z.B. zwei schwarze Asse habe und nach dem Flop mit drei Herz viel Action gegen mehrere Spieler bekomme, dann folde ich halt. Zudem Spiele ich AA einfach sehr aggressiv vor dem Flop. Dank Holdemmanager ist es auch nicht ganz so schwierig AA gegen gewisse Spieler zu folden, weil diese einfach so tight sind, dass man weiss, dass man geschlagen ist.
Dani: Was nervt dich mehr? Ein Sitznachbar der stinkt, oder einer der dauernd spricht?
Sandro: Hmmm... habe schon beides erlebt, und beides nervt. Wenn dann noch die Augen zu brennen beginnen, dann ist es ganz übel, und auch das habe ich schon erlebt. :-)
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Der typische Arbeitsplatz des Pokerprofis
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Dani: Hast Du ein persönliches Poker-Vorbild?
Sandro: Es gibt einige Spieler, bei denen mich gewisse Dinge beeindrucken. Bei Phil Ivey zum Beispiel, mit wie viel weniger Sessions und Händen er online deutlich mehr Gewinn erzielt als die anderen Onlinepros!
Dani: Was war bisher dein Poker Höhepunkt und Poker Tiefpunkt?
Sandro: Als Höhepunkt würde ich kein einzelnes Ereignis nehmen, sondern, dass ich eigentlich jeden Monat mein Geld mit etwas verdiene, das mir viel Spass macht!
Mein Tiefpunkt ist einige Jahre her, da war ich noch nicht Profi, habe aber bereits profitabel gespielt.
Ich habe im 2008 von 10er auf 6er Tische und gleichzeitig von 5$/10$ auf 10$/20$ gewechselt, und in einer langen Session 18'000 $ versenkt... und viel dabei gelernt! :-)
Dani: Gegen welche VIPs hast Du schon mal gespielt?
Sandro: Im Billard gegen viele, im Poker eigentlich keine, da ich keine Turniere spiele und die VIP's in anderen Limits spielen!
Wenn man den Gitarristen von DJ Bobo als VIP bezeichnet, dann war er der erste und angenehmste. Danke Danu
Dani: Bitte erzähl uns deinen übelsten Badbeat!
Sandro: Online: Ich halte AA, raise vor dem Flop und bekomme einen Caller. Wir sind beide deep im 5/10 mit knapp 2500$ Stacks. Flop Ax4. Ich bete er callt. Turn 4. Ich bet er min. raist, ich reraise ein wenig, er shipt ich snappcalle. River 4, er zeigt A4.
Im Casino Baden: Set Könige gegen Set QQ. Alles auf dem Flop rein, 6'000 CHF... River Q! :-(
Dani: Und zum Schluss die Frage, die nicht fehlen darf: Wo kann man am besten live gegen dich spielen? Wie kann man dich am einfachsten kontaktieren (Twitter Account z.B.?)
Sandro: Live spiele ich vor allem in Baden Cash Game. Kontaktieren kann man mich über meine Seite winningpoker.ch indem man mir schreibt, oder oben rechts auf das Facebook oder Twitter-Symbol klickt!
Dani: Besten Dank für das Interview!
Sandro: Ich danke dir!
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